Helene (FDA)

Was bedeutet FDA für mich? Nach längeren Überlegungen habe ich ein paar Antworten gefunden:

FDA bedeutet für mich:

 

Mich mit einem mir unvertrauten Flecken Erde vertraut machen zu dürfen, mich an meine eigene Fremdheit an diesem Ort zu gewöhnen.

 

Mich nicht abschrecken zu lassen, wenn meine Strategien, Konflikte und Herausforderungen in meinem Alltag anzugehen, plötzlich nicht mehr so gut funktionieren, wie ich es gewohnt bin. Neue Strategien zu entwickeln. 

 

Mich vertrauensvoll in Abhängigkeit von anderen Menschen begeben, die erst noch zu Freunden und Vertrauten werden müssen. 

 

Die ersten Worte stümperhaft auf der Lokalsprache sprechen, meine Scham überwinden, mich trauen. Vertrauen.

 

Begegnungen voller Unverständnis. Beiderseits.

Begegnungen voller Dankbarkeit. Beiderseits.

 

So viele Gemeinsamkeiten entdecken. Den Fokus auf die Unterschiede verschwimmen lassen und zugleich meinen Blick für (strukturelle) Machtdynamiken zu schärfen. 

 

Zu versuchen niemandem auf den Schlips zu treten. Meine eigene Krawatte dabei aber auch nicht zu eng zu binden. Mich versuchen anzupassen. Im besten Fall, ohne mich selbst dabei zu verlieren. 

 

Über Grenzen treten, meine eigene und über die von anderen. Grenzen lernen wahrzunehmen, sie möglicherweise zu erweitern oder manchmal vielleicht auch aufzulösen. 

 

Hohe Ansprüche realistischer zu gestalten und meine begrenzte Energie wertzuschätzen. 

 

Zu lernen, wie viele Probleme tanzen lösen kann. Das ich dafür selbst gar nicht gut 

tanzen können muss. Zu lernen, dass ich, auch ohne etwas zu leisten, wertvoll bin.

 

Im Chaos im Außen sowie im Chaos in meinem eigenen Kopf, Ruhe zu bewahren und 

wenn sie mir mal abhandenkommt, sie Stück für Stück wieder zu erlangen. 

 

Nach Hilfe fragen. Mich ohnmächtig fühlen und zu verstehen, dass ich dennoch eine kleine Teilmacht habe. Mut zu verlieren und wiederzufinden. Das Weh vor dem Mut auch mal zuzulassen, es dann aber auch wieder wegzustreichen.

 

Zu merken, wie viel ich in dieser Welt nicht verstehe, wie wenig ich überhaupt weiß, und dennoch neugierig zu bleiben, auf das, was ich noch lernen darf.

 

Mich auf Verbindungen einzulassen und diese Nähe nach 11 Monaten auch wieder loszulassen.

 

Und am Ende auf die Frage:

„Will you remember me?“ zu antworten: „How could I forget?“

 

Helene


Kontakt

Regina Wildgruber

[email protected]

0541 318-218

FDA

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