Judith (FDA)

Eigentlich ist der Versuch total schwachsinnig das erlebte in Worte zu fassen, denn das, was ich in Uganda in 11 Monaten erlebt habe, lässt sich wohl kaum auf eine DIN A4 Seite zusammenfassen.

 

5070,88 Km weit entfernt von Familie und Freunde. 5070,88 km entfernt von allen Traditionen, Ritualen und Gewohnheiten. Und das für exakt 310 Tage. Keine Ahnung, wann genau ich den Entschluss gefasst habe, nach meinem Abitur ins Ausland zu gehen aber es gehört definitiv zu meinen besten Entscheidungen, die ich mit meinen jungen 19 Jahren schon getroffen habe. Um ehrlich zu sein war ich wenig vorbreitet auf das, was auf mich zukam. Zwar hatte ich bis dato schon zwei Vorbereitungsseminare gehabt und fühlte mich physisch und psychisch auf jeden Fall gewappnet - meine Reiseapotheke bestand trotzdem aus nicht mehr als meinen Malaria-Medikamenten und einer Tube Sonnencreme (wie sich im Nachhinein herausstellte: vollkommen ausreichend) - und so begab ich mich am 06. Oktober nach Frankfurt und von Frankfurt nach Kampala, der Hauptstadt Ugandas und von da aus dann nochmal 5 Stunden Autofahrt nach Soroti, meinem neuen Zuhause.

Hier lebte ich für knapp 11 Monate mit drei Priestern (und einem alten Kater) in einem Gemeindehaus. Gearbeitet habe ich in drei Projekten. Jeden Donnerstag war ich bei TASO, einem medizinischen Dienstleistungszentrum, spezialisiert auf HIV und Aids. Freitags habe ich Deutschunterricht an der Immaculate Girls Secondary School gegeben. Der Deutschunterricht war dabei zwar eher nebensächlich, aber wir hatten trotzdem sehr viel Spaß und es wurde getanzt, gesungen und gespielt. Lieblingsspiel ist übrigens Kommando Pimperle. Dennoch kam das Lernen natürlich nicht zu kurz. Zahlen, Farben und Tageszeiten saßen am Ende wie eine eins. Gut, an der Erklärung, warum die Einzahl von Mädchen „DAS“ ist, bin ich dann auch gescheitert aber was solls. Die restlichen Tage der Woche habe ich im St. Francis Rehabilitaioncenter gearbeitet. Hier leben etwa 20 Kinder im Alter von 7-16 Jahren, die eine körperliche Beeinträchtigung haben. Ich habe die Köchin und die Gärtnerin unterstützt, durfte die Wandgestaltung einiger Räume übernehmen, habe bei Hausaufgaben geholfen und natürlich ganz viel gespielt, gemalt und gebastelt.  Wenn ich nicht all zu spät von der Arbeit nach Hause kam, habe ich meistens noch bei der Chorprobe teilgenommen, die fast täglich in der Gemeinde stattgefunden hat, schließlich war ich fester Bestandteil der Altstimmen im St. Gabriel Choir. Am Wochenende fuhren wir oft mit abenteuerlichen Fahrzeugen auf abenteuerlichen Straßen zu Hochzeiten, Beerdigungen und anderen Feierlichkeiten. Ich glaube mehr Kultur geht kaum.

Natürlich durfte auch Urlaub und Reisen nicht zu kurz kommen. Ich habe Gorillas im Bwindi National Park an der südlichsten Spitze Ugandas besucht und konnte Giraffen im Kidepo-Valley-National-Park an der Grenze zum Südsudan beobachten. Auch die Arbeitsstellen der anderen Freiwilligen konnte ich durch regelmäßige Besuche etwas kennenlernen. Doch zuhause ist und bleibt es natürlich am schönsten. Es war einfach toll die beiden kleinen Berge, die die ansonsten eher flache Landschaft um Soroti prägen, aus dem Busfenster zu sehen und Straßen oder Häuser wiederzuerkennen.

 

Ein Jahr lang mal etwas völlig anderes machen. Richtig Englisch sprechen können. Eine neue Kultur kennenlernen. All diese Dinge zählte ich auf als ich nach meiner Motivation für einen Freiwilligendienst im Ausland gefragt wurde. Hinter all diesen Vorsätzen kann ich auf jeden Fall einen dicken Haken setzen. Doch das Jahr war noch viel mehr als das und noch oft denke ich an das warme Wetter, das leckere Essen und besonders an die Menschen, die mein Jahr zu etwas sehr Besonderem gemacht haben, zurück.  


Kontakt

Regina Wildgruber

fda@bistum-os.de

0541 318-218

FDA

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