Lisa Marie (BFD)

Zwischen Meeresrauschen, Möwengeschrei und Kinderlärm – mein FSJ in der Mutter-Kind-Kur-Klinik Helena am Meer auf Borkum

Dieses Jahr zu machen war für mich die beste Entscheidung, die ich nach dem Abi hätte treffen können. Ich habe viel gelernt und hatte die Möglichkeit viele neue Erfahrungen zu sammeln – nicht nur in Bezug auf das Berufsleben.

Aber von vorne: Als ich am 30.08.2025 mit der Fähre nach Borkum gefahren bin, um in mein neues zu Hause einzuziehen, war ich vor allem von Vorfreude eingenommen. Erwartet habe ich eher weniger. Ich wusste nur, dass dieses Jahr, dieser freiwillige Dienst, auf vielen Ebenen ein besonderes Jahr werden würde – unabhängig, ob es so toll werden würde wie in meiner Vorstellung oder nicht. Das erste, was positiv war und auch immer noch ist, ist, dass ich mich von Anfang an sehr gut mit den anderen FSJlern aus der Einsatzstelle verstanden habe und an meinem ersten Tag sehr gut aufgenommen worden bin. Das gleiche galt auch für meinen ersten Arbeitstag, an dem ich mich sofort dem Team dort zugehörig gefühlt habe. Das hat mir den Einstieg in das Jahr erleichtert und auch dafür gesorgt, dass ich jeden Tag sehr gerne zur Arbeit gegangen bin. Wobei da sicherlich auch der schöne Sonnenaufgang auf dem Weg zur Arbeit einen Beitrag geleistet hat:) Die Erwartungen, die ich für den Anfang hatte, haben sich also definitiv erfüllt. Und weiter als die ersten paar Wochen habe ich zu dem Zeitpunkt auch nicht gedacht. Ein Jahr kam mir zu dem Zeitpunkt noch so lange vor…

 

Und dann stand schließlich, nur wenigen Wochen nach meinem Start, noch im September das erste der fünf Seminare an. Ehrlich gesagt kann ich nicht mehr sagen, was genau da eigentlich das Thema war, aber es hatte mir auf jeden Fall Spaß gemacht und mich positiv auf die zukünftigen Seminare blicken lassen. Es ist einfach schön, wenn man die Möglichkeit hat sich mit anderen austauschen zu können, die in derselben Situation sind und trotzdem ganz unterschiedliche Dinge erleben. Ich durfte so viele tolle Menschen dabei kennenlernen und habe neue Freundschaften geschlossen.

 

In den ersten Wochen auf der Arbeit ging es dann erstmal nur darum alle Abläufe kennenzulernen und sich in das Arbeiten in meine Gruppe – die „Strandläufer“ – einzufinden. Dabei musste ich auch Erfahren, wie wichtig es ist sich selbst Grenzen zu setzten und diese auch durchzusetzen. Anfangs ist mir das echt schwer gefallen, aber ich habe im Laufe der Monate gelernt besser damit umzugehen. Je länger ich dort war, desto mehr Aufgaben kamen hinzu, die ich übernommen habe. Auch dabei fällt mir rückblickend eine Entwicklung auf. Während ich am Anfang nur sehr leise und unsicher, den Kindern was erklärt habe, habe ich inzwischen keine Scheu mehr, dass ich mich „zum Affen mache“. Die Tatsache, dass diese nach drei Wochen sowieso wieder abreisen hat mir da sicherlich geholfen.

 

Es gab aber auch Aufgaben außerhalb meiner Gruppe. Dazu zählte zum Beispiel, dass wir FSJler dafür zuständig waren regelmäßig zu überprüfen, ob im Kreativraum von allen Bastelsachen noch ausreichend vorhanden ist und diese gegebenenfalls aufzufüllen. Im Kreativraum fand auch jede Kur „Muki“ statt. Das ist eine Mutterkind Interaktion, die ich auch vor ein paar Monaten begleiten durfte. Dadurch habe ich nochmal einen anderen Einblick in andere Bereich der Einrichtung bekommen, was sehr interessant war.

 

Eine weiter Sache, die ich ebenfalls recht schnell lernen musste, war, dass man bei der Arbeit mit Kindern ein gutes Immunsystem braucht, was ich anscheinend leider nicht habe :) Das war besonders in den Wintermonaten sehr anstrengend, da ich viel krank war. Das hat mich auch in Bezug auf das Arbeiten eingeschränkt. Ich war immer wieder raus aus dem gewohnten Rhythmus und habe jedes Mal wieder Zeit gebraucht neu reinzukommen. Zum Glück hat sich das zum Frühling/Sommer gebessert, der Jahreszeit, in der die Insel wieder lebendiger wird. Man kann wieder viel mehr machen im Vergleich zum Winter, wo viele Aktivitäten einfach nicht möglich sind. Ein Highlight für mich dabei, war, als ich einen Ausritt durch die Dünen zum Strand gemacht habe. Etwas, dass ich immer schon hatte machen wollen. Schön war auch der Moment, als das Wetter wieder so gut war, dass ich nach der Arbeit schnell einmal ins Meer springen konnte, auch wenn das Wasser zu dem Zeitpunkt noch sehr kalt war.

 

Jedoch so schön es ist, dass der Sommer wieder da ist, bedeutet das leider auch, dass sich das Jahr langsam dem Ende neigt. Ein Jahr in dem ich viele positive Erfahrungen sammeln durfte und in dem ich mich weiterentwickelt habe. Ich habe vieles gelernt, was mir später weiterhelfen wird. Ich habe gelernt, wie es ist allein zu leben, ohne allein zu sein. Ich habe herausfinden können, wie es für mich beruflich weitergehen soll. Außerdem hat mir das FSJ geholfen selbstbewusster und selbstsicherer zu werden, was für mich eines der wichtigsten Ziele war, die ich erreichen wollte.

 

Dieses eine Jahr bedeutet aber leider auch Abschied nehmen. Zum einen musste ich mich immer alle drei Wochen von Kindern verabschieden, die ich ins Herz geschlossen hatte, zu denen ich innerhalb der drei Woche eine Verbindung aufgebaut hatte. Und auch wenn es dabei natürlich auch mal Momente gab, in denen man froh war, wenn die drei Wochen vorbei waren und wieder neue Kinder gekommen sind, war es jedes Mal auch ein bisschen schade sich – vermutlich für immer – von diesen zu verabschieden.

 

Und jetzt? Jetzt muss ich mich von den Menschen, die während diesem Jahr meine Mitbewohner waren, die zu meiner Familie geworden sind, verabschieden. Und auch wenn es genug Möglichkeiten gibt in Kontakt zu bleiben, wird es ungewohnt sein sich nicht mehr jeden Tag auf die Nerven zu gehen, zusammen zu lachen und zusammen ganz alltägliche Probleme zu lösen. Auch von den Kollegen in der Klinik muss ich mich verabschieden. Von den Leuten, bei denen ich mich so gut integriert und aufgenommen gefühlt habe. Ganz besonders werde ich dabei meine Mentorin – meine „Borkum Mama“ – vermissen, die mir immer zur Seite stand und mich immer Unterstützt hat. Aber nicht nur von den Menschen, die mit meiner Arbeit zu tun haben, muss ich mich verabschieden, sondern auch von denen, die ich auf den Seminaren kennengelernt habe. Menschen, durch die diese fünf Seminare erst das geworden sind, was sie sind. Super schöne Wochen, in denen ich super viel Spaß haben konnte und aus denen ich super viel mitgenommen habe.

 

Als Fazit nehme ich für mich einfach mit wie gut dieser freiwillige Dienst für meine persönliche Entwicklung war und wie viel Spaß ich währenddessen hatte. Wenn mich irgendwann jemand fragt, wie ich das FSJ fand würde ich dieser Person genau das erzählen und sie dazu ermutigen ebenfalls ein FSJ zu machen. Das ist einfach eine Erfahrung, die einem niemand nehmen kann und es war die beste Entscheidung, die ich für mich hätte treffen können. 


Kontakt FSJ/BFD

Sebastian Niemann

[email protected]

0541 318-231

FSJ/BFD

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